Stableford-Punkte berechnen: Tabelle, Erklärung und Beispiele für Anfänger Sie spielen Ihre erste

Stableford-Punkte berechnen: Tabelle, Erklärung und Beispiele für Anfänger

Sie spielen Ihre erste Golfrunde nach Stableford und möchten wissen, wie viele Punkte Sie an jedem Loch bekommen? Vielleicht haben Sie ein Bogey gespielt und trotzdem zwei Stableford-Punkte erhalten. Oder Sie fragen sich, warum Ihr Mitspieler für dieselbe Schlagzahl mehr Punkte bekommt als Sie.

Die Stableford-Punkte zu berechnen ist einfacher, als es zunächst aussieht. Anders als beim klassischen Zählspiel werden nicht nur die benötigten Schläge addiert. Stattdessen erhält jeder Spieler für jedes Loch Punkte. Wie viele Punkte es gibt, hängt vom gespielten Ergebnis und bei der Nettowertung von den persönlichen Vorgabenschlägen ab.

Das Stableford-System hat einen großen Vorteil: Ein einzelnes schlechtes Loch muss nicht die gesamte Runde ruinieren. Sobald an einer Bahn keine Punkte mehr möglich sind, kann der Ball unter den entsprechenden Stableford-Regeln aufgenommen werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Stableford funktioniert, wie Sie Brutto- und Nettopunkte unterscheiden und wie Sie die Punkte auf einer 18-Loch-Runde berechnen. Mit Tabellen, Beispielen und einer einfachen Rechenformel können Sie Ihre Ergebnisse anschließend selbst nachvollziehen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Stableford auf einen Blick

  • Stableford ist eine Spielform beim Golf: Die Ergebnisse werden in Punkte umgerechnet.
  • 2 Punkte: Für ein Par beziehungsweise Netto-Par bei der üblichen Stableford-Wertung.
  • 3 Punkte: Für ein Birdie beziehungsweise Netto-Birdie.
  • 1 Punkt: Für ein Bogey beziehungsweise Netto-Bogey.
  • 0 Punkte: Für ein Doppelbogey beziehungsweise Netto-Doppelbogey oder ein schlechteres Ergebnis.
  • Bruttopunkte: Werden ohne Abzug von Vorgabenschlägen berechnet.
  • Nettopunkte: Berücksichtigen die für das Loch zustehenden Vorgabenschläge.
  • 36 Nettopunkte: Entsprechen bei der üblichen 18-Loch-Wertung einem Ergebnis auf dem Niveau der verwendeten Spielvorgabe.
  • Handicap: Der Handicap-Index wird im World Handicap System nicht einfach aus der Anzahl der Stableford-Punkte berechnet.

Was ist Stableford beim Golf?

Stableford ist eine besondere Form des Zählspiels.

Beim gewöhnlichen Zählspiel gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Gesamtzahl an Schlägen.

Beim Stableford-Spiel werden die Ergebnisse der einzelnen Bahnen dagegen in Punkte umgerechnet. Bei der üblichen Wertung gewinnt der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Das Zielergebnis ist normalerweise das Par des jeweiligen Lochs, sofern die Spielleitung nichts anderes festlegt.

Ein Par ist die festgelegte Schlagzahl, die ein sehr guter Spieler für das betreffende Loch unter normalen Bedingungen voraussichtlich benötigt.

Ein Par-3-Loch hat beispielsweise ein Zielergebnis von drei Schlägen, ein Par-4-Loch von vier Schlägen und ein Par-5-Loch von fünf Schlägen.

Bei Stableford bekommt man für ein Ergebnis genau auf diesem Zielwert zwei Bruttopunkte.

Für jeden Schlag besser gibt es einen weiteren Punkt. Für jeden Schlag schlechter wird ein Punkt abgezogen, bis die Wertung bei null Punkten endet.

Die entsprechende Regelung findet sich in Regel 21.1 der offiziellen Golfregeln.

Stableford-Punktetabelle: Wie viele Punkte gibt es für welches Ergebnis?

Die folgende Tabelle zeigt die gewöhnliche Stableford-Wertung, wenn das Par als Zielergebnis gilt.

Ergebnis im Verhältnis zu Par Bezeichnung Stableford-Punkte
4 Schläge unter Par Condor 6
3 Schläge unter Par Albatros 5
2 Schläge unter Par Eagle 4
1 Schlag unter Par Birdie 3
Genau Par Par 2
1 Schlag über Par Bogey 1
2 Schläge über Par oder schlechter Doppelbogey oder schlechter 0
Loch nicht regelgerecht beendet Kein Ergebnis 0

Diese Punkteverteilung gilt zunächst für die Bruttowertung, also ohne Berücksichtigung eines Handicaps.

Bei der Nettowertung müssen zusätzlich die Vorgabenschläge berücksichtigt werden. Dazu kommen wir gleich.

Stableford-Punkte berechnen: Die einfache Formel

Wenn das Par als Zielergebnis gilt, lässt sich die Anzahl der Punkte mit einer einfachen Formel berechnen.

Stableford-Punkte = maximaler Wert aus 0 und (2 + Par − gewertete Schläge)

Bei einer Bruttowertung sind die gewerteten Schläge die tatsächlich benötigten Schläge einschließlich eventueller Strafschläge.

Bei einer Nettowertung ziehen Sie zunächst die Vorgabenschläge ab, die Ihnen am betreffenden Loch zustehen.

Netto-Schläge = tatsächliche Schläge einschließlich Strafschlägen − Vorgabenschläge am Loch

Tipp zum Lesen:  Was bedeutet MOI beim Golf?

Danach berechnen Sie die Stableford-Punkte aus dem Netto-Ergebnis.

Ein einfaches Beispiel

Sie spielen ein Par-4-Loch mit fünf Schlägen.

Ohne Vorgabenschlag ergibt sich:

2 + 4 − 5 = 1 Stableford-Punkt.

Wenn Ihnen an dieser Bahn ein Vorgabenschlag zusteht, wird zunächst dieser Schlag abgezogen:

5 gespielte Schläge − 1 Vorgabenschlag = 4 Netto-Schläge.

Jetzt lautet die Berechnung:

2 + 4 − 4 = 2 Stableford-Nettopunkte.

Obwohl Sie tatsächlich ein Bogey gespielt haben, bekommen Sie zwei Nettopunkte, weil Ihr persönlicher Vorgabenschlag berücksichtigt wird.

Stableford-Beispiel für ein Par-3-Loch

Ein Par-3-Loch ist für drei Schläge ausgelegt.

Ohne Vorgabenschläge ergeben sich folgende Stableford-Bruttopunkte:

Benötigte Schläge Ergebnis Bruttopunkte
1 Eagle / Hole-in-one 4
2 Birdie 3
3 Par 2
4 Bogey 1
5 oder mehr Doppelbogey oder schlechter 0

Wenn Ihnen an diesem Loch ein Vorgabenschlag zusteht, sieht die Nettowertung anders aus.

Bei vier tatsächlich gespielten Schlägen ergibt sich:

4 Schläge − 1 Vorgabenschlag = 3 Netto-Schläge.

Das entspricht einem Netto-Par und damit 2 Stableford-Nettopunkten.

Stableford-Beispiel für ein Par-4-Loch

Ein Par-4-Loch besitzt ein Zielergebnis von vier Schlägen.

Benötigte Schläge Ergebnis Bruttopunkte
2 Eagle 4
3 Birdie 3
4 Par 2
5 Bogey 1
6 oder mehr Doppelbogey oder schlechter 0

Ein Golfanfänger mit zwei Vorgabenschlägen spielt dieses Loch beispielsweise mit sechs Schlägen.

Ohne Vorgabe wären das null Bruttopunkte.

Bei der Nettowertung werden jedoch zwei Vorgabenschläge abgezogen.

6 − 2 = 4 Netto-Schläge.

Damit ergibt sich ein Netto-Par und der Spieler erhält 2 Stableford-Nettopunkte.

Stableford-Beispiel für ein Par-5-Loch

Ein Par-5-Loch ist für fünf Schläge ausgelegt.

Benötigte Schläge Ergebnis Bruttopunkte
2 Albatros 5
3 Eagle 4
4 Birdie 3
5 Par 2
6 Bogey 1
7 oder mehr Doppelbogey oder schlechter 0

Wenn einem Spieler zwei Vorgabenschläge zustehen und er das Loch mit sechs Schlägen beendet, ergibt sich:

6 tatsächliche Schläge − 2 Vorgabenschläge = 4 Netto-Schläge.

Vier Schläge auf einem Par-5-Loch entsprechen einem Netto-Birdie.

Der Spieler erhält dafür 3 Stableford-Nettopunkte.

Brutto- und Nettopunkte beim Stableford: Was ist der Unterschied?

Die Unterscheidung zwischen Brutto und Netto ist besonders wichtig, weil Sie sonst bei einer Stableford-Runde schnell zu falschen Ergebnissen kommen.

Stableford-Bruttopunkte

Bei der Bruttowertung zählt ausschließlich das tatsächlich gespielte Ergebnis im Verhältnis zum Par beziehungsweise zum festgelegten Zielergebnis.

Handicap-Schläge werden nicht berücksichtigt.

Spielen Sie auf einem Par-4-Loch fünf Schläge, bekommen Sie einen Bruttopunkt.

Das gilt unabhängig davon, welchen Handicap-Index Sie besitzen.

Stableford-Nettopunkte

Bei der Nettowertung werden die Vorgabenschläge berücksichtigt, die Ihnen auf dem jeweiligen Loch zustehen.

Dadurch können Spieler unterschiedlicher Spielstärken in einer gemeinsamen Nettowertung antreten.

Ein Anfänger kann für fünf Schläge auf einem Par-4-Loch beispielsweise zwei oder sogar drei Nettopunkte erhalten, abhängig davon, wie viele Vorgabenschläge er dort bekommt.

Der direkte Vergleich

Par Gespielte Schläge Vorgabenschläge Bruttopunkte Nettopunkte
4 5 0 1 1
4 5 1 1 2
4 5 2 1 3
5 7 2 0 2
3 4 1 1 2

Die Beispiele zeigen, warum zwei Golfer für dieselbe Schlagzahl unterschiedlich viele Nettopunkte bekommen können.

Wie werden die Vorgabenschläge auf die Golfbahnen verteilt?

Damit Sie Ihre Stableford-Nettopunkte richtig berechnen können, müssen Sie wissen, an welchen Löchern Ihnen wie viele Vorgabenschläge zustehen.

Die Grundlage ist die jeweils maßgebliche Spielvorgabe.

Bei vielen Berechnungen wird dafür das Course Handicap herangezogen. In Turnieren kann je nach Ausschreibung und Handicap-Regelung das daraus abgeleitete Playing Handicap für die Nettowertung entscheidend sein.

Prüfen Sie daher bei einem Turnier immer die angegebene Spielvorgabe auf der Scorekarte beziehungsweise in der Ausschreibung.

Der Handicap-Index allein ist nicht automatisch die Zahl der Schläge, die Ihnen auf jeder Runde angerechnet wird.

Was bedeuten die Handicap-Zahlen 1 bis 18 auf der Scorekarte?

Auf einer Scorekarte finden Sie normalerweise eine Spalte mit der Bezeichnung Hcp., Handicap oder Stroke Index.

Dort sind die Löcher von 1 bis 18 eingestuft.

Diese Zahlen legen fest, in welcher Reihenfolge die Vorgabenschläge verteilt werden.

Wichtig: Die Handicap-Einstufung eines Lochs ist nicht mit seiner Lochnummer gleichzusetzen.

Das erste Loch der Golfrunde muss also nicht zwangsläufig den Stroke Index 1 besitzen.

Beispiel: Spielvorgabe 18

Ein Spieler mit 18 Vorgabenschlägen erhält auf einer vollständigen 18-Loch-Runde an jedem Loch einen zusätzlichen Schlag.

Auf einem Par-4-Loch darf er deshalb fünf Schläge benötigen, um ein Netto-Par zu spielen.

Ein Netto-Par ergibt zwei Stableford-Nettopunkte.

Beispiel: Spielvorgabe 24

Ein Spieler mit 24 Vorgabenschlägen erhält zunächst an jedem der 18 Löcher einen Schlag.

Damit sind 18 Vorgabenschläge verteilt.

Die verbleibenden sechs Vorgabenschläge werden auf die Löcher mit den Stroke-Indizes 1 bis 6 verteilt.

Das bedeutet:

  • An Löchern mit Stroke Index 1 bis 6 erhält der Spieler jeweils zwei Vorgabenschläge.
  • An Löchern mit Stroke Index 7 bis 18 erhält er jeweils einen Vorgabenschlag.

Die Summe beträgt 6 × 2 + 12 × 1 = 24 Vorgabenschläge.

Beispiel: Spielvorgabe 36

Bei einer Spielvorgabe von 36 erhält der Spieler an jedem der 18 Löcher zwei Vorgabenschläge.

Er spielt somit auf einem Par-4-Loch mit sechs Schlägen ein Netto-Par.

Auch dafür gibt es zwei Stableford-Nettopunkte.

Was passiert bei einer Spielvorgabe über 36?

Bei einer Spielvorgabe von beispielsweise 40 erhalten alle 18 Löcher zunächst zwei Vorgabenschläge.

Die vier zusätzlichen Schläge gehen an die Löcher mit Stroke Index 1 bis 4.

Dort stehen dem Spieler entsprechend jeweils drei Vorgabenschläge zu.

Stableford-Tabelle zur Verteilung der Vorgabenschläge

Bei einer gewöhnlichen 18-Loch-Runde ergibt sich folgende Verteilung:

Spielvorgabe Vorgabenschläge je Loch
9 Je 1 Schlag an Stroke Index 1 bis 9; sonst 0
18 Je 1 Schlag an allen 18 Löchern
24 Je 2 Schläge an Stroke Index 1 bis 6; sonst je 1
27 Je 2 Schläge an Stroke Index 1 bis 9; sonst je 1
36 Je 2 Schläge an allen 18 Löchern
40 Je 3 Schläge an Stroke Index 1 bis 4; sonst je 2
54 Je 3 Schläge an allen 18 Löchern

Für Turniere gilt stets die tatsächlich anzuwendende Spielvorgabe nach den Ausschreibungsbedingungen.

Ein vollständiges Rechenbeispiel mit Handicap-Schlägen

Angenommen, ein Spieler hat für seine 18-Loch-Runde eine maßgebliche Spielvorgabe von 24.

Wie bereits erklärt, erhält er an jedem Loch mindestens einen Vorgabenschlag.

Tipp zum Lesen:  Golf Tipps für Anfänger

An den sechs Löchern mit Stroke Index 1 bis 6 bekommt er jeweils einen zusätzlichen Schlag.

Wir betrachten drei beispielhafte Löcher:

Loch Par Stroke Index Schläge Vorgabe Netto-Schläge Nettopunkte
1 4 3 6 2 4 2
2 3 15 5 1 4 1
3 5 6 6 2 4 3

Jetzt rechnen wir die Ergebnisse einzeln nach.

Loch 1: Par 4 mit zwei Vorgabenschlägen

Gespielt: 6 Schläge.

Vorgabe: 2 Schläge.

Netto-Ergebnis: 6 − 2 = 4.

Das entspricht einem Netto-Par.

Ergebnis: 2 Stableford-Nettopunkte.

Loch 2: Par 3 mit einem Vorgabenschlag

Gespielt: 5 Schläge.

Vorgabe: 1 Schlag.

Netto-Ergebnis: 5 − 1 = 4.

Das entspricht einem Netto-Bogey.

Ergebnis: 1 Stableford-Nettopunkt.

Loch 3: Par 5 mit zwei Vorgabenschlägen

Gespielt: 6 Schläge.

Vorgabe: 2 Schläge.

Netto-Ergebnis: 6 − 2 = 4.

Das entspricht einem Netto-Birdie.

Ergebnis: 3 Stableford-Nettopunkte.

Insgesamt hat der Spieler auf diesen drei Löchern 2 + 1 + 3 = 6 Stableford-Nettopunkte erzielt.

Auf diese Weise werden die Punkte aller gespielten Löcher ermittelt und anschließend addiert.

Wie viele Stableford-Punkte sind auf 18 Löchern gut?

Bei der üblichen Nettowertung über 18 Löcher gelten 36 Stableford-Nettopunkte als wichtige Orientierung.

Warum gerade 36?

Ein Netto-Par bringt zwei Punkte.

Wenn Sie an allen 18 Löchern jeweils ein Netto-Par spielen, erhalten Sie:

18 Löcher × 2 Punkte = 36 Stableford-Nettopunkte.

Für die Einordnung der Punkte bedeutet das:

Stableford-Nettopunkte Einordnung bei einer üblichen 18-Loch-Wertung
Unter 30 Deutlich unter dem Ergebnisniveau der verwendeten Spielvorgabe
30 bis 35 Etwas unter dem Ergebnisniveau der verwendeten Spielvorgabe
36 Ergebnis auf dem Niveau der verwendeten Spielvorgabe
37 bis 40 Besser als das Ergebnisniveau der verwendeten Spielvorgabe
Über 40 Deutlich besser als das Ergebnisniveau der verwendeten Spielvorgabe

Diese Tabelle dient der Orientierung und ist keine offizielle Qualitätsbewertung für Golfer.

Auch ein Ergebnis von beispielsweise 28 Nettopunkten kann für einen Anfänger ein persönlicher Erfolg sein.

Außerdem beeinflusst die für die Runde verwendete Spielvorgabe, wie die Punkte zustande kommen.

Was bedeuten 36 Stableford-Punkte für das Handicap?

Diese Frage führt besonders häufig zu Missverständnissen.

Früher wurden Stableford-Nettopunkte direkt für die Anpassung der Vorgabe verwendet.

Im heutigen World Handicap System (WHS) funktioniert die Berechnung anders.

Der Handicap-Index wird anhand von sogenannten Score Differentials bestimmt. Dabei fließen unter anderem das gewertete Bruttoergebnis, der Course-Rating-Wert und das Slope Rating ein.

Stableford-Punkte können bei der Ermittlung des gewerteten Ergebnisses eine Rolle spielen, werden aber nicht direkt in einen neuen Handicap-Index umgerechnet.

Deshalb gilt:

  • 36 Nettopunkte bedeuten nicht automatisch, dass Ihr Handicap unverändert bleibt.
  • Mehr als 36 Nettopunkte bedeuten nicht automatisch, dass sich Ihr Handicap um eine bestimmte Zahl verbessert.
  • Weniger als 36 Nettopunkte bedeuten nicht automatisch, dass Ihr Handicap steigt.

Für den aktuellen Handicap-Index sind die anrechenbaren Ergebnisse und die WHS-Berechnung entscheidend.

Die Stableford-Punkte bleiben dennoch eine hilfreiche Orientierung für das Spielergebnis und werden weiterhin in entsprechenden Turnieren verwendet.

Mehr über den Handicap-Index erfahren Sie in unserem vorhandenen Ratgeber zum Golf Handicap.

Was passiert, wenn man bei Stableford keine Punkte mehr erzielen kann?

Ein wesentlicher Vorteil von Stableford ist, dass ein besonders schlechtes Loch nicht unbegrenzt weitergespielt werden muss.

Sobald der Spieler an einem Loch keine Stableford-Punkte mehr erzielen kann, darf er den Ball aufnehmen und zum nächsten Loch weitergehen.

Nach den offiziellen Regeln wird dies sogar zur Verbesserung der Spielgeschwindigkeit empfohlen.

Ein Beispiel

Ein Spieler hat an einem Par-4-Loch einen Vorgabenschlag.

Mit sechs Schlägen erzielt er ein Netto-Bogey und damit noch einen Stableford-Nettopunkt.

Mit sieben Schlägen ergibt sich ein Netto-Doppelbogey und damit null Punkte.

Wenn bereits feststeht, dass kein Punkt mehr möglich ist, kann der Spieler den Ball aufnehmen.

Für dieses Loch werden dann null Stableford-Punkte gewertet.

Wichtig: Das gilt für die Stableford-Spielform. Beim gewöhnlichen Zählspiel müssen andere Regeln zur Beendigung des Lochs beachtet werden.

Was ist ein Streichloch bei Stableford?

Als Streichloch wird umgangssprachlich ein Loch bezeichnet, an dem ein Spieler keine Stableford-Punkte erzielt.

Das bedeutet nicht, dass das Loch bei der Gesamtauswertung vollständig ignoriert wird.

Es wird mit null Punkten berücksichtigt.

Wenn Sie an einem Loch den Ball aufnehmen, weil keine Punkte mehr möglich sind, bleibt das Stableford-Ergebnis dieses Lochs also null.

Der Begriff ist insbesondere aus der Alltagssprache vieler Golfclubs bekannt.

Wie berechnet man Stableford-Punkte auf neun Löchern?

Auch über neun Löcher kann Stableford gespielt werden.

Die Berechnung je Loch ist grundsätzlich dieselbe wie bei einer 18-Loch-Runde.

Bei der üblichen Wertung entspricht ein Netto-Par weiterhin zwei Punkten.

Wenn Sie auf allen neun Löchern Netto-Par spielen, ergibt sich:

9 × 2 Punkte = 18 Stableford-Nettopunkte.

Die individuellen Vorgabenschläge für die neun Löcher ergeben sich aus der jeweils für diese Runde geltenden Spielvorgabe und deren Verteilung.

Es wäre falsch, bei jedem 9-Loch-Spiel einfach ohne weitere Prüfung die Hälfte einer beliebigen 18-Loch-Spielvorgabe zu verwenden.

Beachten Sie die Scorekarte und die Vorgaben des Golfclubs beziehungsweise der Turnierausschreibung.

Stableford und Handicap: Was ist das gewertete Bruttoergebnis?

Im World Handicap System wird für die Handicap-Berechnung ein gewertetes Bruttoergebnis verwendet.

Dabei wird die höchstens anrechenbare Schlagzahl an einem Loch in der Regel durch das Netto-Doppelbogey begrenzt.

Das Netto-Doppelbogey ergibt sich aus:

Par + 2 Schläge + dem für die Handicap-Berechnung zustehenden Vorgabenschlag beziehungsweise den Vorgabenschlägen an diesem Loch.

Ein besonders schlechtes Loch kann die Handicap-Berechnung deshalb nicht unbegrenzt verschlechtern.

Dieses Prinzip passt zur Stableford-Wertung, bei der ein Netto-Doppelbogey null Punkte ergibt.

Kann man Stableford-Nettopunkte in ein gewertetes Bruttoergebnis umrechnen?

Für die vollständige 18-Loch-Wertung ist unter den entsprechenden Voraussetzungen folgende Rückrechnung möglich:

Gewertetes Bruttoergebnis = Platz-Par + Course Handicap + 36 − Stableford-Nettopunkte.

Beispiel:

  • Platz-Par: 72.
  • Course Handicap: 24.
  • Stableford-Nettopunkte: 38.

Rechnung:

72 + 24 + 36 − 38 = 94.

Tipp zum Lesen:  Golfen für Anfänger

Das gewertete Bruttoergebnis beträgt in diesem Beispiel 94 Schläge.

Achtung: Diese vereinfachte Rückrechnung setzt voraus, dass die Nettopunkte auf Grundlage des maßgeblichen Course Handicaps berechnet wurden. Bei Turnierwertungen mit abweichendem Playing Handicap ist eine direkte Rückrechnung aus den ausgewiesenen Turnierpunkten nicht ohne entsprechende Anpassung möglich.

Aus dem gewerteten Bruttoergebnis allein ergibt sich zudem noch kein neuer Handicap-Index.

Kann man Stableford-Punkte selbst auf der Scorekarte eintragen?

Ja, Sie können die Punkte zur eigenen Kontrolle berechnen und notieren.

Bei einem offiziellen Turnier gelten jedoch die Anforderungen der Golfregeln und der Spielleitung.

Im Stableford-Zählspiel muss die Scorekarte die erforderlichen Loch-Ergebnisse enthalten. Die Spielleitung ist grundsätzlich dafür verantwortlich, die korrekten Punkte zu ermitteln und bei einer Nettowertung die Vorgabenschläge zu berücksichtigen.

Es kann trotzdem hilfreich sein, sich die eigene Punkteberechnung erklären zu lassen.

Ein praktischer Ablauf für Anfänger

  1. Prüfen Sie vor der Runde Ihre maßgebliche Spielvorgabe.
  2. Sehen Sie auf der Scorekarte nach, wie die Stroke-Indizes der Löcher verteilt sind.
  3. Ermitteln Sie, wie viele Vorgabenschläge Ihnen an jedem Loch zustehen.
  4. Notieren Sie die tatsächlich benötigten Schläge einschließlich eventueller Strafschläge.
  5. Berechnen Sie das Netto-Ergebnis.
  6. Wandeln Sie das Netto-Ergebnis anhand der Stableford-Tabelle in Punkte um.
  7. Addieren Sie nach der Runde die Punkte aller Löcher.

Wenn Sie diese Reihenfolge einhalten, vermeiden Sie die meisten Fehler.

Stableford-Punkte selbst berechnen: Typische Anfängerfehler

1. Handicap-Index und Spielvorgabe verwechseln

Der Handicap-Index ist nicht zwangsläufig die Anzahl der Vorgabenschläge, die Ihnen auf dem konkreten Golfplatz zustehen.

Die Platzbedingungen und die anzuwendenden Handicap-Regeln beeinflussen die Spielvorgabe.

2. Die Stroke-Index-Zahlen mit den Lochnummern verwechseln

Ein Spieler mit neun Vorgabenschlägen erhält diese nicht automatisch an den Löchern 1 bis 9.

Die Schläge werden entsprechend den Stroke-Indizes verteilt.

3. Strafschläge vergessen

Strafschläge gehören grundsätzlich zum Ergebnis des Lochs und müssen bei der Punkteberechnung berücksichtigt werden.

Wer beispielsweise fünf Schläge gespielt und einen zusätzlichen Strafschlag erhalten hat, muss mit sechs Schlägen rechnen.

4. Brutto- und Nettopunkte vermischen

Eine Bruttowertung berücksichtigt keine Vorgabenschläge.

Bei der Nettowertung müssen diese vor der Berechnung der Punkte abgezogen werden.

5. Nach einem schlechten Loch die Runde aufgeben

Ein schlechteres Loch kostet bei Stableford lediglich die Punkte dieses Lochs.

Bereits am nächsten Abschlag können Sie wieder neue Punkte sammeln.

6. Glauben, 36 Punkte bedeuteten automatisch ein unverändertes Handicap

Seit Einführung des WHS erfolgt die Handicap-Berechnung nicht mehr durch einfaches Fortschreiben der Stableford-Punkte.

Deshalb kann aus einer einzelnen Punktzahl nicht unmittelbar die Änderung des Handicap-Index abgelesen werden.

Welche Vorteile hat Stableford für Golfanfänger?

Stableford eignet sich besonders gut für Spieler, die sich noch an das Zählen und an ihre ersten Golfrunden gewöhnen.

Das Punktesystem hat mehrere praktische Vorteile.

Ein schlechtes Loch ist leichter zu verkraften

Beim klassischen Zählspiel kann ein einzelnes Loch mit sehr vielen Schlägen das Gesamtergebnis erheblich verschlechtern.

Bei Stableford ist das Ergebnis eines solchen Lochs auf null Punkte begrenzt.

Die Spielgeschwindigkeit kann verbessert werden

Wenn an einem Loch keine Punkte mehr möglich sind, kann der Ball aufgenommen werden.

Das verhindert unnötig lange Versuche und kann den Spielfluss verbessern.

Unterschiedliche Spielstärken können gemeinsam gewertet werden

Durch die Nettowertung werden Vorgabenschläge berücksichtigt.

So können auch Spieler mit unterschiedlichen Handicaps in einer gemeinsamen Nettowertung antreten.

Das Punktesystem motiviert

Auch nach einem misslungenen Loch besteht die Möglichkeit, auf den nächsten Bahnen wieder gute Ergebnisse zu erzielen.

Das kann für Anfänger angenehm sein, weil nicht jeder schlechte Schlag das gesamte Rundenergebnis gleichermaßen belastet.

Stableford oder Zählspiel: Was ist der Unterschied?

Merkmal Stableford Klassisches Zählspiel
Wertung Punkte pro Loch Gesamtschlagzahl
Ziel Möglichst viele Punkte Möglichst wenige Schläge
Schlechtes Loch Mindestens 0 Punkte, keine negativen Punkte Alle benötigten Schläge zählen
Ball aufnehmen Wenn keine Punkte mehr möglich sind, zulässig Grundsätzlich ist regelgerecht einzulochen
Handicapwertung Brutto oder Netto möglich Brutto oder Netto möglich
Besonderer Vorteil Kann das Spiel beschleunigen Direkte Bewertung der gesamten Schlagzahl

Beide Spielformen haben ihre Berechtigung.

Wer Anfänger ist oder mit Spielern unterschiedlicher Leistungsstufen unterwegs ist, empfindet Stableford häufig als besonders angenehm.

Häufig gestellte Fragen zu Stableford-Punkten

Wie berechnet man Stableford-Punkte ganz einfach?
Bei der üblichen Wertung gibt es zwei Punkte für Par, drei für Birdie, vier für Eagle, einen für Bogey und null für Doppelbogey oder schlechter. Bei der Nettowertung werden zuvor die für das Loch zustehenden Vorgabenschläge vom tatsächlichen Ergebnis abgezogen.
Wie viele Stableford-Punkte bekommt man für ein Bogey?
Ohne Vorgabenschlag gibt es für ein Bogey einen Bruttopunkt. Steht Ihnen an dem Loch ein Vorgabenschlag zu, entspricht das Bogey einem Netto-Par und bringt zwei Stableford-Nettopunkte.
Was bedeuten 36 Stableford-Punkte?
Bei einer üblichen Nettowertung über 18 Löcher entsprechen 36 Punkte rechnerisch einem Ergebnis auf dem Niveau der verwendeten Spielvorgabe. Sie bedeuten aber nicht automatisch, dass der Handicap-Index unverändert bleibt.
Wie viele Stableford-Punkte sind auf neun Löchern gut?
Bei der üblichen Nettowertung entsprechen 18 Punkte über neun Löcher einem Netto-Par-Ergebnis. Mehr als 18 Punkte bedeuten, dass Sie in der Punktwertung besser als dieses Vergleichsniveau gespielt haben.
Wann darf man bei Stableford den Ball aufnehmen?
Sobald feststeht, dass am betreffenden Loch keine Stableford-Punkte mehr erzielt werden können, dürfen Sie den Ball aufnehmen. Das wird im Sinne einer zügigen Spielweise empfohlen.
Wie werden Vorgabenschläge bei Stableford verteilt?
Die Vorgabenschläge werden anhand der Stroke-Indizes auf der Scorekarte verteilt. Bei 18 Vorgabenschlägen erhält ein Spieler an jedem Loch einen Schlag. Bei 24 Vorgabenschlägen bekommt er zusätzlich je einen Schlag an den Löchern mit Stroke Index 1 bis 6.
Verbessert sich das Handicap bei mehr als 36 Stableford-Punkten?
Das lässt sich nicht unmittelbar aus der Punktzahl ableiten. Im World Handicap System wird der Handicap-Index anhand anrechenbarer Score Differentials berechnet, nicht durch eine einfache Umrechnung der Stableford-Punkte.

Fazit: Stableford-Punkte lassen sich mit etwas Übung leicht berechnen

Stableford gehört zu den wichtigsten Spielformen im Golf und eignet sich besonders gut für Golfanfänger.

Das Grundprinzip ist einfach: Ein Par bringt zwei Punkte, ein Birdie drei Punkte und ein Bogey einen Punkt. Für ein Doppelbogey oder ein schlechteres Ergebnis gibt es null Punkte.

Bei der Nettowertung müssen zusätzlich die persönlichen Vorgabenschläge berücksichtigt werden.

Deshalb können zwei Spieler für dieselbe Schlagzahl unterschiedliche Stableford-Nettopunkte erhalten.

Besonders hilfreich ist es, vor der Runde die maßgebliche Spielvorgabe und die Stroke-Indizes auf der Scorekarte zu überprüfen.

Wenn Sie wissen, wie die Vorgabenschläge verteilt werden, können Sie die Punkte für jedes Loch schnell selbst berechnen.

Unsere Empfehlung: Merken Sie sich zunächst die einfache Punktefolge 0, 1, 2, 3 und 4. Prüfen Sie dann Ihre Vorgabenschläge und rechnen Sie die Nettopunkte an einigen Übungslöchern aus. Schon nach wenigen Runden wird die Stableford-Wertung deutlich verständlicher.

Quellen und weiterführende Informationen